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Ein neuer Weg gegen Fake News

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Ein neuer Weg gegen Fake News
Brandon insight

Die Welt wird permanent von Fake News überschwemmt, seien es schlichte Fehlinformationen oder bewusste Desinformationen. Doch es gibt einen neuen Ansatz, der Hoffnung auf Besserung macht – einen Ansatz, den Regierungen, Unternehmen, Wirtschaftsverbände und professionelle Kommunikatoren sorgfältig studieren sollten. Brandon Mitchener, geschäftsführender Gesellschafter des Brüsseler Büros von Instinctif Partners, ehemaliger Journalist und Kommunikationsdirektor, stellt diese Idee vor.


Irreführende Nachrichten hat es schon immer gegeben. Was hat sich geändert? Was hat Fake News zum „Wort des Jahres 2017“ in Belgien gemacht, als Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten war? Und was beschäftigt demokratische Regierungen weltweit? Es ist die Geschwindigkeit, mit der sich falsche Nachrichten mittlerweile über die (sozialen) Medien verbreiten. Fake News multiplizieren sich heute rasend schnell und infizieren auf diese Weise viele Menschen, von denen zahlreiche die Fake News mit ihrem Freundeskreis und ihren Kontakten teilen, sodass sie das rationale Denken untergraben und zu Entscheidungen führen, die für die Gesellschaft Gift sind. 

Um nur zwei Beispiele zu nennen: Die unberechtigte Impfstoffskepsis und die Menschen, die sich weigern, den überwältigenden wissenschaftlichen Beweisen zu glauben, dass der Mensch zur Beschleunigung des Klimawandels beiträgt. Ungeachtet dessen, was ihre Verwandtschaft ihnen vielleicht erzählt, Impfstoffe funktionieren und sind sicher; und der Klimawandel findet statt, eine wesentliche Ursache dafür sind menschliche Aktivitäten. 

Viele geben den sozialen Medien die Schuld, aber auch klassische Nachrichtenmedien können ihren Teil dazu beitragen. Sie berichten und wiederholen falsche Behauptungen so oft (man denke an „stolen election “ oder „Frankenfood“), dass man vielen Menschen verzeihen kann, wenn sie sie glauben. Selbst wenn Medien darauf hinweisen, dass eine Behauptung falsch ist. Wo Rauch ist, muss auch Feuer sein. Aber ist das zwangsläufig so?

Das Tragische an Fake News ist, dass der herkömmliche Ansatz, damit umzugehen – also Nachrichten im Nachhinein zu prüfen und die Menschen, die Lügen verbreiten, beim Namen zu nennen und an den Pranger zu stellen – die wenigsten Menschen erreicht. Und zwar besonders diejenigen nicht, die Fake News überhaupt erst gesehen und/oder weitergegeben haben, so dass sich falsche Behauptungen weiter ausbreiten und unsere Demokratien untergraben. Das soll nicht heißen, dass vertrauensvolle Webseiten wie Snopes, International Fact-Checking-Network und ähnliche Initiativen keine hehren Ziele verfolgen. Sie tun es. Irgendjemand muss es ja machen, und Menschen, die sich für Fakten interessieren – ich gestehe, das ist einer meiner Charakterfehler –, können auf solchen Webseiten leicht Antworten finden.

Pre-bunking versus de-bunking

Einige Organisationen, darunter Lie Detectors, verfolgen den entgegengesetzten Ansatz, indem sie Fake News im Vorfeld durch mediale Aufklärung entlarven (Prebunking), anstatt sie im Nachhinein aufzudecken (Debunking). Aber solchen Initiativen fehlt es oft an Mitteln. Eine Ausnahme ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die vor kurzem ein „Digital Enquirers Kit“ auf den Markt gebracht hat, um Journalistinnen und Journalisten in Entwicklungsländern darin zu schulen, Fehlinformationen zu erkennen, zu bekämpfen und sich vor Regierungen schützen zu können, die diese verbreiten.

Jetzt forcieren Psychologinnen und Psychologen an den Universitäten von Cambridge und Bristol das „Prebunking mit einer Aktion, die eine Wende herbeiführen könnte. In Zusammenarbeit mit Jigsaw, einer Anti-Extremismus-Forschungsgruppe innerhalb von Google und YouTube, werden sie demnächst eine Reihe von Videoanzeigen schalten, um die Verbreitung von Stimmung gegen Migranten in Polen, Tschechien und der Slowakei zu bekämpfen.

Ein Artikel, den die Forschenden kürzlich in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht haben und der sich auf Voruntersuchungen in kleinerem Rahmen beruft, zeigt, dass dies tatsächlich funktionieren könnte. „Wir liefern starke Beweise, dass technikbasierte Impfvideos psychologische Resistenz gegenüber Manipulationstechniken, die bei Online-Fehlinformationen häufig vorkommen, verleihen können.“

Ein einmonatiges Experiment soll dies beweisen: Anstatt einen bestimmten Fall von Falschnachrichten oder Desinformation zu behandeln, zielen diese Videos (Mehr Infos) auf häufig vorkommende „Trick-Methoden“ professioneller Lügner ab – einschließlich „der Verwendung einer übermäßig emotionalen Sprache, Inkohärenz, falscher Dichotomien, der Suche nach einem Sündenbock und Ad-hominem-Angriffen.“

Mit gleichen Mitteln Wirkung erzielen

In jedem Fall erregen sie mit verspieltem Spott Aufmerksamkeit, sagen dann, warum sie genau das getan haben, und erklären, weshalb man darauf hereingefallen ist und wie man sich künftig davor schützen kann. In den Videos werden unpolitische, überparteiliche Beispiele und Auszüge aus der Popkultur, darunter die Simpsons, South Park und Star Wars eingesetzt. Die Absicht, so die Autoren der Studie, ist es, die Menschen gegen Fehlinformationen zu „impfen“. Die Untersuchung ergab, dass die Menschen nicht nur die Warnzeichen von Fake News früher erkennen, sondern auch weniger geneigt sind, sie über soziale Medien zu teilen.

Was bedeutet dies für professionelle, faktenbasierte Kommunikatoren, die ihre eigenen Desinformationskriege führen? Eine psychologische digitale Kampagne, die Clickbaits, Humor und Aufklärung kombiniert, könnte die fehlende Zutat – und sogar die Silberkugel – in Ihrem Arsenal sein. Unternehmen müssen sich mit Fakten befassen und versuchen, den Bericht zu korrigieren, wenn soziale und klassische Medien Fehlinformationen über sie verbreiten. Aber sie kämpfen wahrscheinlich einen aussichtslosen Kampf, wenn sie dies nur mit herkömmlichen Korrekturanfragen und Leserbriefen versuchen. Der Schaden ist bereits entstanden

Ausgehend von den Forschungsergebnissen, die die jüngste Initiative inspiriert haben, wäre es besser, provokante, humorvolle und psychologisch fundierte Inhalte zu erstellen und sie bei denselben Personen zu bewerben, die Fehlinformationen über ein Land, ein Unternehmen oder eine Branche sehen und verbreiten.

Nehmen Sie gerne Kontakt auf, wenn Sie einen solchen innovativen Ansatz ausprobieren möchten! Wir haben damit wirkungsvolle Kampagnen umgesetzt.

Senden Sie eine E-Mail an Brandon Mitchener: brandon.mitchener@instinctif.com

Zur vollständigen Transparenz: Google ist ein Kunde von Instinctif. Instinctif ist in keiner Weise an dem beschriebenen Projekt beteiligt. Wir haben über die Medien von dem Projekt erfahren und hoffen, dass es erfolgreich ist.


Lesen Sie auch Ed Amory´s Artikel : Den Wandel navigieren: Wie man die Demokratie bewahrt“

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